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Outdoor-Meditation

Hast du schonmal draußen meditiert ?

Wenn nicht, dann wird es Zeit!

Die Natur ist nicht ein Ort den wir besuchen – sie ist unsere Heimat.
– Gary Snyder –

Es bieten sich viele Orte in der Natur an, um sich wahrhaft zu erholen, zur Ruhe zu kommen und eben auch um zu meditieren.
Du kannst dich in einem Park an einen Baum lehnen, im Wald auf einer Lichtung eine Decke ausbreiten oder dich an einen See setzen.
Sicher fallen dir spontan noch viele weitere Möglichkeiten ein.

Nützliches

Natürlich brauchst du eigentlich nichts um in der Natur zu meditieren.
Einige Dinge können es dir aber angenehmer machen und die Entspannung erleichtern.
Ich nehme mir für eine Outdoor-Meditation gerne je nach Wetterlage eine Picknick-Decke oder ein Iso-Sitzkissen mit.
Die Decke ist eher etwas für die warme Jahreszeit. Du kannst auf einer Decke in allen Positionen meditieren, auch im Liegen 😉
Wenn  der Boden schon kälter ist, nutze ich Iso-Sitzkissen. Darauf kannst du dich überall hinsetzen und meditieren ohne zu frieren.
Achte auf bequeme und ausreichend warme Kleidung. Eine leichte Fleecedecke zum Überwerfen kann sehr angenehm sein, da man beim stillen Sitzen leichter friert.

Richte dich ein

Mache es dir nicht nur bequem, sondern mach es dir schön an deinem Meditationsort.
In der Natur finden sich immer Materialien, die du hierfür nutzen kannst.
Im Sommer legst du vielleicht eine Wildblume vor dich. Aber auch zu anderen Jahreszeiten findest du sicher einen schönen Stein, ein Stück Holz mit einer besonderen Form oder etwas anderes, was dir gefällt und deinen Meditationsort für dich zu etwas Besonderem macht.
Das Suchen und vorbereiten des Ortes stimmt dich dabei schon auf die Meditation ein und eignet sich ein kleiner Teil eines Rituals zu sein.

Zeit zum Meditieren

Dann nimm dir die Zeit, die du brauchst und führe deine gewohnte Meditationspraxis durch, oder entwickle eine neue, die du speziell draußen nutzen möchtest. Probiere verschiedene Techniken aus und wandle sie so ab, wie es für dich am besten passt.
Hast du gerne die Augen offen, oder geschlossen?
Du kannst mit geöffneten Augen beginnen und ausgelegtes Naturmaterial für ein paar Minuten intensiv betrachten.
Wie auch immer du meditierst, achte darauf, dass es für dich schön ist. Lass deiner Fantasie freien Lauf. Es gibt kein richtig und falsch.

Als Inspiration stelle ich dir hier eine von mir geschriebene Outdoor-Meditation vor.
Ich führe sie draußen sehr gerne durch, weil der Fokus auf verschiedene Aspekte gelenkt werden kann, die draußen zur Verfügung stehen.

Outdoor-Meditation

  • Setze dich bequem hin, schließe die Augen und achte für eine Weile ganz bewusst auf deinen Atmen.
  • Probiere für ein paar Atemzüge aus, wo du deinen Atem am besten spüren kannst und beobachte ihn dort (Bauch, Brust, Hals, Nasenspitze).
  • Immer wenn Gedanken oder Geräusche dich ablenken, fokussiere dich einfach wieder auf deinen Atmen.
    Es ist völlig normal, dass du anfangs immer wieder schnell abgelenkt bist, kehre geduldig wieder zur Beobachtung deines Atmens zurück.
  • Wende deine Aufmerksamkeit nach einer Weile den Geräuschen zu.
    Fokussiere dich vollständig darauf, was du hören kannst.
    Gehe von weit entfernten Geräuschen zu nahen.
    Dabei analysierst du nicht was du hörst, sondern nimmst die Geräusche einfach wahr.
    Richte deine Aufmerksamkeit sanft von Geräusch zu Geräusch.
  • Versuche dann Gerüche in deiner Umgebung wahrzunehmen und konzentriere dich für eine Weile auf jeden einzelnen Geruch.
  • Zum Schluss beschäftige dich mit dem, was du spüren kannst.
    Wärme, Kleidung auf deiner Haut, die Stellen des Körpers, die nicht bekleidet sind, Kälte, Wind, Sonnenschein, Regen.
    Du kannst eine Hand an einen Baumstamm legen und die Rinde ertasten.
    Lege dir vorher Material aus dem Wald (Stein, Blatt, Feder) bereit und nimm sie nun abwechselnd in die Hand und erfühle die Dinge.
  • Kehre nochmal zur Beobachtung deine Atems zurück und verankere wenn du möchtest eine positive Affirmation.
    Dies kann auch dein Sankalpa aus dem Yoga Nidra sein.
    Beispiele: „Ich ruhe in mir“ „Ich lebe mein Leben in Fülle“ „Ich bin ausgeglichen und entspannt“

Alternativ kannst du zu Beginn deine Augen auf den Gegenstand richten, den du vor dich gelegt hast.
Wenn du möchtest, nimm ihn dafür in die Hand.
Betrachte den Gegenstand für ein paar Minuten.

Führe anschließend die Übung Weitwinkelblick durch.

Die Übung „Weitwinkelblick“ dient dem Entspannen der Augen und verändert den Fokus. Die Wahrnehmung unseres Blickfeldrandes ist für uns ungewohnt und lässt uns neue Erfahrungen machen. Gleichzeitig schärfen sich die Sinne für alle Eindrücke und wir kommen der Natur und uns näher.

Weitwinkelblick

Beim Weitwinkelblick richtest du deinen Blick nicht auf einen fixen Punkt, sondern erweiterst dein Blickfeld so weit es geht.

  • Halte deine Daumen ausgestreckt vor dich und fixiere sie. Das ist der Tunnelblick.
  • Richte deinen Blick nun über den Daumen in die Ferne und bewege die Arme langsam zu den Seiten, so weit wie du die Daumen gerade noch sehen kannst. Das ist dein Wahrnehmungsbereich im Weitwinkelblick.
  • Achte darauf bei dieser Übung nicht zu verkrampfen.
  • Atme ruhig und gleichmäßig.
  • Blinzel gelegentlich, damit die Augen nicht zu trocken werden.
  • Entspanne immer wieder den Kiefer, indem du den Unterkiefer bewusst hängen lässt.

Verweile ein paar Augenblicke in diesem Weitwinkelblick und schließe dann die Augen und führe die Meditation wie oben beschrieben durch.